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Sie finden hier eine Zusammenfassung des Gesundheitsamtes zu den wichtigsten Fragen bezüglich des Schimmelbefalls in unserem Keller

Welche Gesundheitsgefahr besteht durch den Schimmelbefall und ist diese durch die Schließung der Räumlichkeiten eingedämmt?
Schimmelpilze können Allergien auslösen oder verschlimmern. Nicht-allergische Reizungen der Schleimhäute kommen ebenfalls vor. Gesundheitliche Beeinträchtigungen betreffen in der Hauptsache die Schleimhäute der oberen und unteren Atemwege. Dem oralen Aufnahmepfad, das heißt der Aufnahme über den Mund (zum Beispiel über Hausstaub) kommt abgesehen von Kleinkindern eine untergeordnete Bedeutung zu. Durch Schließung und nicht Betreten der Räume ist eine mögliche gesundheitliche Gefährdung in der Regel ausreichend eingedämmt.

 

Welcher Belastung waren die Kinder, welche die Räumlichkeiten im Rahmen der Ganztagsschule regelmäßig über einen längeren Zeitraum besucht haben, in der Vergangenheit ausgesetzt?
Es ist davon auszugehen, dass die Kinder der Exposition von Schimmelpilzen und Sporen in der Vergangenheit ausgesetzt waren. Über das Ausmaß der Exposition kann im Nachhinein keine verlässliche Aussage getroffen werden. Zu berücksichtigen ist bei der Bewertung der Situation auch, dass Kinder und Erwachsene im Alltag grundsätzlich vielerorts mit Schimmelsporen in Kontakt kommen können.

 

Welche Beschwerden können durch den Schimmelbefall ausgelöst werden?
Grundsätzlich können Schimmelpilze Allergien der oberen (Rhinokonjunktivitis= Heuschnupfen) und unteren Atemwege (Asthma bronchiale) auslösen oder schon bestehende Allergien verschlimmern. Symptome einer Rhinokonjunktivitis sind eine laufende Nase und tränende, juckende Augen. Leitsymptom des Asthma bronchiale ist die Atemnot aufgrund der Verengung der entzündeten Atemwege bei der Ausatmung (sogenannte Obstruktion). Ob und in welchem Ausmaß diese allergischen Erkrankungen auftreten, hängt ganz wesentlich von der Empfänglichkeit (Suszeptibilität) der Person ab, die sich in den betreffenden Räumlichkeiten aufgehalten hat. Das größte Risiko haben Personen, bei denen eine familiäre Vorbelastung (Disposition) für allergische Erkrankungen besteht oder die schon gegen Schimmelpilzallergene sensibilisiert sind, ohne dass eine manifeste Allergie besteht. Man rechnet damit, dass circa fünf Prozent der Bevölkerung gegen Schimmelpilze sensibilisiert sind, also vereinfach gesagt, besonders empfindlich gegenüber Schimmelpilzen sind. Diese Häufigkeiten sind in der Fachwelt allerdings nur für Außenluft-Pilze bekannt.

Fast ausschließlich bei extremer beruflicher Exposition, wie sie zum Beispiel bei Müllarbeitern vorkommen kann, kann die seltene Erkrankung "Exogen-allergische Alveolitis" ausgelöst werden (sogenannte "Farmerlunge"). Dies ist bei Innenraumexposition auch über längere Zeiträume nicht zu erwarten. Ebenfalls selten kann es bei Personen mit schweren Erkrankungen des Immunsystems zu einer Infektion durch Pilze kommen. Das Infektionsrisiko, das von den in Innenräumen vermehrt vorkommenden Schimmelpilzarten ausgeht, ist jedoch eher als unbedeutend zu bewerten. Von der Geruchsbelästigung, die durch Stoffwechselprodukte mancher Schimmelpilze und begleitender Bakterien ausgeht, geht nach derzeitiger Einschätzung keine Gesundheitsgefahr aus.

Somit ist als gesundheitliche Auswirkung der Exposition mit Schimmelsporen im Wesentlichen die Allergisierung oder die Verschlimmerung allergischer Symptome bei bereits vorliegenden Allergien zu benennen. 

 

Was sollen Eltern unternehmen, wenn ihr Kind Symptome hat? An wen sollen sie sich wenden?
Grundsätzlich ist Ihre hausärztliche oder kinderärztliche Praxis als erste Ansprechstelle zuständig. Von dort werden Sie gegebenenfalls zu spezialisierten Medizinerinnen und Medizinern weitergeleitet, um Ihre Symptome abzuklären. 

Quellen und weiterführende Informationen
https://www.umweltbundesamt.de/themen/gesundheit/umwelteinfluesse-auf-den-menschen/schimmel/haeufige-fragen-bei-schimmelbefall#haufige-fragen-bei-schimmelbefall

https://www.suedliche-weinstrasse.de/ihre-kreisverwaltung/jugend-soziales-gesundheit-schulen/gesundheit/gesundheitliche-bewertung-von-schimmelpilzen-in-innenraeumen/

 

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